Wenn ich von meinen Lesern zum gefühlt hundertsten Mal die Frage bekomme, was ein Troubleshooter in der Luftfahrt eigentlich so macht, dann zeigt das nicht nur, dass viele meine Website ziemlich gründlich durchstöbern, sondern auch, dass ich diese Frage vielleicht einfach mal beantworten sollte.
Als Troubleshooter in der Luftfahrt kümmert man sich um Probleme, die meistens mit Logistik zu tun haben. Irgendetwas muss von A nach B durch die Luft – Menschen, Tiere oder Fracht. Und wenn dabei etwas schiefläuft, mache ich es so wie immer: Ich analysiere nicht zuerst das Problem selbst, sondern die Menschen, die damit zu tun haben.
Als Troubleshooter brauchst du im Grunde drei Dinge: ein gutes Gespür für Psychologie, technisches Verständnis von Flugzeugen und Ahnung von weltweiter Logistik. Die eigentlichen Probleme entstehen meistens irgendwo zwischen Take-off und Touch-down – und das Ganze hängt natürlich immer an einem straffen Zeitplan.
Es gibt unzählige Beispiele, aber eines, das mir besonders im Gedächtnis geblieben ist, war der Transport von Pferden. Vor allem Pferde aus dem Sport und dem Handel landeten immer wieder bei mir auf dem Tisch. Und das ist alles andere als einfach, denn Pferde sind ziemlich schlau und merken ganz genau, was da abgeht.
Für ein Pferd, das schon öfter geflogen ist, wirkt das Ganze manchmal – genau wie für die Betreuer und mich – wie Routine. Aber das täuscht. Nichts an diesem Ablauf darf man als selbstverständlich ansehen. Am Ende geht es um lebende Tiere.
Wenn ich ein Pferd sehe, das zum ersten Mal fliegt, habe ich oft das Gefühl, es denkt: what the heck is this? Und wenn ein „erfahrenes“ Pferd dabei ist, habe ich stark den Eindruck, dass es den Neuling irgendwie beruhigt. Ein Tierarzt hat mir mal gesagt, dass Pferde menschliche Emotionen wahrnehmen und darauf reagieren können – also würde mich das überhaupt nicht wundern. Schon verrückt, oder?
Auch wenn ich eigentlich kein großer Tierfan bin, habe ich immer darauf geachtet, dass – gerade bei Pferden – das Wohl des Tieres an erster Stelle steht. Und ja, ich habe auch schon öfter gesagt: Nein, das machen wir so nicht.
Naja, kein Tierfan… Ich lache mich trotzdem schlapp, wenn unsere rauhaarige Dackeldame Charly beleidigt ist, ihr Körbchen mitten ins Zimmer zieht und sich dann demonstrativ mit dem Rücken zu uns reinsetzt. Ist doch herrlich 🙂
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