Das liegt an meinem früheren Leben als Troubleshooter. 35 Jahre lang gab es bei mir keinen festen Rhythmus. Keine festen Zeiten fürs Essen, Schlafen oder Entspannen. Ob morgens, mittags, abends oder nachts – das spielte einfach keine Rolle.
Um euch ein Bild zu geben: Ich konnte einen Auftrag in Miami erledigen und saß danach direkt wieder im Flieger nach Beijing – zum nächsten Job. Und von dort ging es weiter nach Reykjavik. Immer weiter.
Irgendwann habe ich mal ausgerechnet, dass ich mehr als die Hälfte meines Lebens nicht auf der Erde war, sondern irgendwo über den Wolken.
Und nein, ich habe nie erlebt, dass mit einem Flugzeug wirklich etwas passiert ist. Klar, ich bin auch mit Airlines geflogen, bei denen ich kurz dachte: Hat diese Maschine überhaupt schon mal eine Wartung gesehen? (Nauru Airlines zum Beispiel 😄). Aber echte Zwischenfälle? Nie. Deshalb sage ich ganz entspannt: Fliegen ist ziemlich sicher.
Drei bis vier Wochen am Stück unterwegs, sieben Tage die Woche, quer über den Globus. Danach ein paar Tage Pause – und dann wieder von vorne.
Ob das gesund ist? Offenbar schon. Ich kann mich jedenfalls nicht erinnern, jemals ernsthaft krank gewesen zu sein. Höchstens mal eine Erkältung.
Mit 60 bin ich in Rente gegangen. Aber dieser Rhythmus? Der ist geblieben. Und ehrlich gesagt habe ich auch nie wirklich versucht, ihn loszuwerden.
Inzwischen hat sich einfach mein eigener Rhythmus entwickelt.
Meistens wache ich gegen elf Uhr vormittags auf. Dann lasse ich mir Zeit, mache dies und das. Gegen sieben Uhr abends gehe ich wieder ins Bett – und bin gegen elf Uhr nachts wieder wach.
Und dann fängt mein Tag eigentlich erst an.
Dann werde ich aktiv. Dann läuft’s. Schreiben, nachdenken, arbeiten – alles passiert in diesen Stunden. Bis ungefähr fünf Uhr morgens. Dann gehe ich wieder schlafen.
Ich trinke viel – aber keinen Alkohol. Gegessen wird gut und abwechslungsreich, aber feste Zeiten gibt es nicht. Hunger kommt, wann er kommt.
Und ein Partner?
Nein.
Wenn man so für seinen Job lebt, wie ich das getan habe, funktioniert das meistens nicht besonders gut.
Aber… ich habe drei großartige Kinder. Darauf bin ich wirklich stolz. Und wir haben eine enge, besondere Verbindung.
Und ich selbst? Tja… ich bin ein echter Einzelgänger. Ich bin gern allein. Ja, auch im Urlaub.
Dann sitze ich irgendwo an meinem ganz persönlichen schönsten Ort der Welt. Und schreibe.
Wo das ist?
Das bleibt mein Geheimnis 😉
Ich habe dort noch nie jemanden gesehen… also dich auch nicht.
Und das Schreiben? Meist arbeite ich an mehreren Projekten gleichzeitig. Im Moment zum Beispiel an einem Drama, einer Kriminalgeschichte und an der Übersetzung eines Romans.
Und ja – bevor du fragst – das funktioniert wunderbar.
Eigentlich ist genau das der Vorteil: Man lebt gleichzeitig in mehreren Leben, in verschiedenen Figuren. Und das macht das eigene Leben nur noch spannender.
Freizeit? Entspannung?
Sag ich doch: Schreiben.
Glaub mir, dabei erlebt man genug. Spannende Dinge, ruhige Momente, schöne Begegnungen – und manchmal auch ziemlich schräge Charaktere.
Ach ja, fast hätte ich es vergessen: Zwischendurch schreibe ich auch noch Blogs. Für euch.
Schau dir mal meine Facebook-Timeline an und achte auf die Uhrzeiten… dann verstehst du sofort, wie mein Tag wirklich aussieht. 😉
Fragen oder Anmerkungen? Schreibe eine Nachricht.
Artificial Intelligence (AI)
Nothing from this website, books, reading fragments and book trailers may be used for training artificial intelligence (AI). See also my Privacy & Policy

