Vielleicht ist es ja interessant für euch zu sehen, wie so ein Schreibprozess eigentlich abläuft. Ich nehme euch einfach mal mit. In diesem Blog fange ich mit dem Drama an.
Dafür müssen wir allerdings ein Stück zurückgehen.
Es gab eine Zeit, da ließ mich eine Frage nicht mehr los:
Warum tun Menschen etwas – und warum eben nicht?
Genau diese Frage hat mich zur Ausbildung in Kinder- und Jugendpsychologie gebracht.
Während des Studiums – und erst recht danach – wusste ich aber ziemlich schnell: In diesem Bereich werde ich nie arbeiten. Kinder zu sehen, die durch äußere Umstände abrutschen… das ist schwer auszuhalten.
Was man dabei lernt, bleibt allerdings. Es setzt sich fest. Wird Teil von einem selbst.
Kurz danach kam ein ganz anderes Thema in mein Leben: die Luftfahrt.
Ich wollte raus. Fliegen. Die Welt sehen.
Also habe ich eine Ausbildung in Flugzeugtechnik gemacht, kombiniert mit internationaler Logistik.
In 2005 habe ich Heart Touch geschrieben.
Und mit ihm kamen die Trigger.
Sobald ein Text an dunklere Grenzen geht, merke ich, dass ich automatisch ins Englische wechsle. Das ist einfach die Sprache, in der ich so etwas am besten ausdrücken kann.
2009 ist Heart Touch dann im Vereinigten Königreich, in Australien und Neuseeland erschienen.
Aber nicht lange.
Nach einigen Reaktionen habe ich das Buch selbst zurückgezogen.
Zu viele Trigger.
Vor dem Schreiben hatte ich Reasons Why von Jay Asher gelesen und auch Die Leiden des jungen Werthers von Goethe. Letzteres wird ja oft als Beispiel genannt, wie stark Literatur wirken kann – manchmal zu stark.
Genau das wollte ich vermeiden.
Aber während des Schreibens – und das ist ehrlich gesagt manchmal die Hölle – habe ich schnell gemerkt, dass das kaum möglich ist.
Wenn man Szenen abschwächt oder streicht, funktioniert die Geschichte nicht mehr. Gerade weil diese Momente so extrem sind. So schwarz-weiß. Da gibt es kein Grau.
Und trotzdem…
In Heart Touch stecken auch Botschaften. Hinweise. Momente, in denen man eingreifen könnte.
Für mich Grund genug, das Buch nicht einfach aufzugeben.
Aber egal, was ich versucht habe – selbst mit Unterstützung von zwei Studienfreunden – es hat nicht funktioniert.
Das Manuskript landete in der Schublade.
Oder besser gesagt: im Gefrierfach.
Vielleicht kennst du dieses Gefühl.
Dass du dich fragst: Werde ich gerade gesteuert? Zieht da jemand an den Fäden? Was passiert hier eigentlich?
Mir ist genau das in 2022 passiert.
Im Urlaub wurde ich plötzlich – und auf eine ziemlich merkwürdige Weise – wieder in meine eigene Geschichte hineingezogen.
Als hätte sich etwas geöffnet.
Als hätte ich plötzlich gesehen, wie es anders gehen könnte.
Zu Hause ging es dann los:
auftauen, sortieren, formen, streichen… neu schreiben.
Und das Ergebnis?
Ich habe es komplett vergeigt.
In meinem ganzen Enthusiasmus habe ich die Geschichte kaputtgeschrieben.
Vor etwa zwei Wochen dann so ein ganz normaler Moment.
Schönes Wetter. Fahrrad. Einfach raus.
Zehn Minuten später: Regen. Richtig.
Egal, dachte ich. Jetzt bin ich sowieso schon nass.
Bis mir kalt wurde. Also rein. Heiße Schokolade. Aufwärmen.
Und dann, während ich die Regentropfen am Fenster beobachtete ... kam es zurück.
Das Fragment aus Heart Touch.
McDonald’s
Draußen stürmt es.
Der Regen prasselt gegen die Scheiben.
Bis auf drei Leute hinter der Theke
ist niemand im Restaurant.
Stille ...
Und plötzlich ist sie wieder da.
Diese alte Einsamkeit.
Diese Einsamkeit aus meiner Kindheit.
Mein Blick wandert durch den Raum.
Gedanken und Erinnerungen vermischen sich.
Ich will sie färben. Mit ihrer Farbe.
Mein Blick bleibt an ihren Händen hängen.
Kinderhände. Wie aus meinen Träumen.
Doch auch das verblasst.
Alles wird grau.
Und ich spüre es kommen.
Den Drang zu weinen.
Aus Heart Touch © 2026 Dulia Books
Es liegt auf meinem Schreibtisch.Draußen stürmt es.
Der Regen prasselt gegen die Scheiben.
Bis auf drei Leute hinter der Theke
ist niemand im Restaurant.
Stille ...
Und plötzlich ist sie wieder da.
Diese alte Einsamkeit.
Diese Einsamkeit aus meiner Kindheit.
Mein Blick wandert durch den Raum.
Gedanken und Erinnerungen vermischen sich.
Ich will sie färben. Mit ihrer Farbe.
Mein Blick bleibt an ihren Händen hängen.
Kinderhände. Wie aus meinen Träumen.
Doch auch das verblasst.
Alles wird grau.
Und ich spüre es kommen.
Den Drang zu weinen.
Aus Heart Touch © 2026 Dulia Books
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